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Forum Lutherkirche: Drei Abende zu Krieg und Frieden.

Statistiken sagen, dass die Welt bis heute über die Jahrhunderte immer friedlicher geworden ist. Aber kann das wirklich sein? In unserer Aufmerksamkeit ist Krieg jedenfalls in den letzten beiden Jahren sehr präsent gewesen. Und über ukrainische Flüchtlinge und Demonstrationen zu den Konflikten im Nahen Osten hinaus hat das Thema plötzlich wieder sehr reale Auswirkungen auf unseren Alltag.

Der Bundesverteidigungsminister sagt zum Beispiel: „Wir haben keine Streitkräfte, die verteidigungsfähig sind.“ Und erstmals seit langer Zeit schwingt dabei wieder die Sorge mit, dass wir genau solche brauchen könnten. Gleichzeitig wird die massive Aufstockung des Wehretats und das Sondervermögen für die Bundeswehr mittel- und langfristig zu Kürzungen in anderen wichtigen Bereichen führen.

Vor allem aber ist es wohl das Leid der Menschen in den betroffenen Regionen, das uns anrührt. Es gibt Angst vor einer neuen Welle der weltweiten Gewalt und vor neuen Konfrontationen alter und neuer „Supermächte“. Statt „Frieden, Wohlstand und nach dem westlichen Modell zu leben“, die die letzten drei Jahrzehnte scheinbar wuchsen, ist plötzlich das jeweilige Gegenteil im Aufwind und bedroht uns.

An drei Abenden soll es in unserem Forum Lutherkirche (Luthersaal, Sartoriusstraße 16) um aktuelle friedenspolitische und -ethische Herausforderungen gehen:

Mittwoch, 28.02. um 19.30 Uhr: Krieg und Frieden aus theologischer Sicht. Was meinte die Kirche mit der Rede vom „gerechten Krieg“? Schrieb Martin Luther wirklich, man solle die aufständischen Bauern „zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich“? Was sagt die evangelische Kirche heute zu Krieg und Frieden? Solche und ähnliche Fragen besprechen wir mit Prof. em. Dr. Peter Scherle (war u.a. Professor am Theologischen Seminar der EKHN und Pfarrer an der Lutherkirche).

Mittwoch, 06.03. um 19.30 Uhr: Krieg und Frieden aus der Sicht eines Angehörigen der Bundeswehr. Was kann die Bundeswehr in der aktuellen Lage alles tun, wozu ist sie aber auch nicht in der Lage? Warum wird jetzt so viel Geld benötigt? Wie sehen gelungene militärische Lösungen von Konflikten aus? Solche und ähnliche Fragen besprechen wir mit Oberstleutnant Meinrad Angermayer (Landeskommando Hessen der Bundeswehr).

Mittwoch, 13.03. um 19.30 Uhr:Krieg und Frieden aus der Sicht eines Pazifisten. Welche Chancen bietet ein pazifistischer Blickwinkel gerade in den heutigen Herausforderungen? Ist solch ein Herangehen nicht weltfremd und unrealistisch? Wo wären konkrete Möglichkeiten, anders zu handeln? Solche und ähnliche Fragen besprechen wir mit Gerd Bauz (ist Organisationsentwickler und Mediator, Vorstandsmitglied der Martin-Niemöller-Stiftung).

Jeweils soll zunächst für den Gast Raum sein, uns seine Gedanken vorzutragen. In einem zweiten Teil können Fragen gestellt werden und es ist möglich, miteinander ins Gespräch zu kommen, beziehungsweise gemeinsam zu diskutieren. Als Zeitrahmen sind je 90min angedacht.